Ausbildung

 

Ausbildungs Methoden Welpen Junghund Lob & Strafe Weg zur Fährte Prüfungstag Leistungsprüfung.

 

Natürlich möchten wir dazu beitragen, dass die Deutsche Dogge in der Öffentlichkeit einen guten Ruf geniest und so erkannt und anerkannt wird, wie sie es verdient. 

Aus diesem Grund halten wir ein regelmäßiges Training mit unseren Hunden für äußerst wichtig.

 

Dabei sind die Übungen des Hundes genauso wichtig wie das Training des Hundeführers. Gerade in Zeiten von "unsinnigen" Hundevorordnungen und anderem "Politiker-Blödsinn" sollten wir größten Wert auf ein ordentliches Auftreten unserer Doggen legen.

 

Das Training findet auf dem SV-Platz in Kevelaer statt. Wir treffen uns jeden Sonntag ab 14:00 Uhr. Auf der Wiese vor dem Platz können sich die Hunde so richtig austoben:-).

Interessierte sollten einfach mal vorbeischauen.

                                                     

 

Das braucht ein Hund zum Glücklichsein

Das ist schlimm für einen Hund

             (entnommen aus "Hundeerziehung" von Sabine Winkler)

Voraussetzungen fürs Miteinander

Gute Sozialisation                     Bindung

Dominanz                                 Artgerechte Beschäftigung

Vertrauen                                      

 

 

 

Das braucht ein Hund zum Glücklichsein

 

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Familienanschluss, Kontakt zu Ihnen, nicht zu lange allein sein

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einen fairen, ausgeglichenen und freundlich-dominanten menschlichen Partner

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klare Regeln innerhalb des Mensch-Hund-Rudels

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 Streicheleinheiten (je nach Typ mehr oder weniger)

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 eine gewisse Abwechslung, aber auch Beständigkeit und Regelmäßigkeit

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 Kontakt zu Artgenossen

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 genug Bewegung und Auslauf

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 genug art- und rassegerechte Beschäftigung

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 Futter und Wasser in ausreichender Qualität

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 einen bequemen und sicheren Schlafplatz

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 Gesundheitsvorsorge, Körperpflege und, wenn nötig, tierärztliche Versorgung

 

Das ist schlimm für einen Hund

 

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 viel allein zu sein, Isolation, dauernde Zwingerhaltung

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 ein launischer Besitzer

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 viele Besitzerwechsel

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 harte, brutale Ausbildungsmethoden oder falsch verstandene Ausübung der Dominanz

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 vermenschlicht zu werden (z.B. durch ihm unverständliche Strafen)

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 von Kontakten zu anderen Hunden isoliert zu werden

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 zu wenig Auslauf und Beschäftigung

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 viel zu viel Futter, kein Wasser, allzu wenig Futter

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 keinen sicheren Ruheplatz zur Verfügung zu haben

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 wenn Pflege und Gesundheitsfürsorge vernachlässigt werden

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 wenn man ihn aus falsch verstandener Tierliebe oder Feigheit nicht einschläfern lässt,

     obwohl er leidet               

 

Voraussetzungen fürs Miteinander

 

Auch die besten Erziehungs- und Ausbildungsmethoden werden nichts nützen, wenn Sie Ihren Hund nicht art- und rassegerecht halten. Kein Hund kann seine angeborenen Verhaltens- programme und Bedürfnisse auf Dauer unterdrücken. Versuche einen Hund das Hundsein abgewöhnen zu wollen, enden daher regelmäßig wie ein überkochender Topf, auf den Sie einen Deckel klemmen - in einer mehr oder weniger großen Katastrophe für Sie und den Topf ;-).  Denken Sie dran: Es ist immer gefährlich, ein anderes Lebewesen unglücklich zu machen!

 

Gute Sozialisation

 

Ein Hund kann bereits im Alter von 8 Wochen durch falsche Aufzucht so schwer geschädigt sein, dass man die Mängel auch durch beste Erziehung und Haltung nie ganz wettmachen kann. Grund dafür ist das Phänomen der Prägung: Viele Tiere können nur in einem ganz bestimmten Lebensabschnitt bestimmte und lebenslang wichtige Dinge lernen, z.B. wer Artgenosse ist, wie die Umgebung beschaffen ist, wie man mit Stress umgeht und sich an Neues anpasst. Bei Hunden beginnt die Phase, die Sozialisierungsperiode, mit ca. 3 Wochen und endet mit ca. 4-5 Monaten, wobei die Zeit von der 4. bis zur 8. Woche die wichtigste ist. Verstreicht diese Periode ungenutzt, treten später schwere Verhaltenstörungen auf. Das ganze Ausmaß der Schädigung kommt dabei oft erst nach der Pubertät zum Vorschein. Beim Kauf im Alter von 8 Wochen ist der Welpe unter Umständen noch unauffällig. Es ist daher ungeheuer wichtig, dass Sie einen Welpen nur bei einem Züchter kaufen, der sich viel um die Tiere kümmert und für Menschenkontakte,  Abwechslung und eine interessante Umgebung sorgt.

Welpen, die aus anonymen Massenzuchten stammen oder in einem abgelegenen Stall oder Zwinger aufgewachsen sind, sollten Sie nicht einmal aus Mitleid kaufen. Sie hohlen sich für die nächsten Jahre ein Problem ins Haus und schaffen nur Platz für neues Hundeelend.

Weil die Sozialisierungsperiode so kurz ist, ist Welpenaufzucht vor allem ein Wettlauf mit der Zeit. Nutzen Sie deshalb unbedingt die wenigen Wochen vom Abholen Ihres Welpen bis zum Ende der Prägungszeit, so gut Sie können. Ganz besonders wichtig ist für Ihren Welpen der Umgang mit vielen verschiedenen Menschen, aber auch mit vielen verschiedenen Hunden, denn Hunde, die nicht richtig sozialisiert wurden, sind als Erwachsene übertrieben ängstlich und oft auch aggressiv gegenüber Menschen oder Artgenossen.

 

Das soll Ihr Welpe mit 5 Monaten kennen

 

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viele verschieden Menschen aller Alterstufen und beiderlei Geschlechts, auch spielende Kinder

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viele verschiedene Hunde aller Alterstufen und beiderlei Geschlechts und andere Tiere         

    (Katzen, Schafe, Hühner, Pferde, Kühe....)

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Fahrzeuge, ggf. auch von innen: Autos, Lastwagen, Bus, Straßenbahn, Zug, Motorrad, Fahrrad,

    Einkaufswagen, Schubkarre, Kinderwagen, Skater.....

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Geräusche: Verkehrslärm, Baulärm, Zischen (Heißluftballon), Rasenmäher, Türenknallen,

    Staubsauger, Mixer, metallische Geräusche, Knallen, Kindergeschrei, Musik Klirren, Scheppern,

    Hämmern....

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optische Eindrücke: Ballons, flatternde Tücher, Fahnen, Spiegel, Flatterbänder, Dunkelheit, 

     Scheinwerfer (Auto), Regenschirme, Hüte, Ponchos....

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Räumlichkeiten: Unterführungen, Einkaufspassagen, Hallen, Fahrstuhl, Kaufhaus....

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Bodenarten: Unebenheiten, Schrägen, Stufen, Gitterroste, glatte Böden, Folien, wackelnde

    Bretter, Brücken....

 

 

Dominanz

 

Das Thema Dominanz wird vielfach missverstanden. Es ist zwar richtig, dass Rangordnung in Ihrem kleinen Mensch-Hund-Rudel zu ihren Gunsten geklärt sein sollte. Aber >>Boss sein<< ist weder ein Allheilmittel für sämtliche Erziehungsprobleme, noch führt es automatisch dazu, dass Ihr Hund endlich alle Kommandos befolgt. Denn >>Kommandos befolgen<< lässt sich nicht aus der natürlichen Ragordnung in einem Wolfsrudel ableiten. Kein Alphawolf kann seine >>Untergebenen<< auf ein bestimmtes Zeichen bei Fuß gehen oder auf 20 Schritt Entfernung >>Platz<< machen lassen. Er könnte nicht einmal einen faulen Rudelgenossen dazu zwingen, mit auf die Jagt zu kommen. Falsche Dominanzverhältnisse allein führen auch nur verhältnismäßig selten dazu, dass ein Hund z.B. knurrt und schnappt, wenn man ihn bürsten oder ihm den Futternapf wegnehmen will. Solche Probleme entstehen viel öfter aus mangelndem Vertrauen oder Missverständnissen zwischen Hund und Halter.

Warum ist es dann überhaupt wichtig, über einen Hund dominant zu sein? Vor allem, weil sie untergeordneten Tiere im Hunderudel  Vorrechte und >>Privatsphäre<< der ranghöheren Tiere respektieren und sich ihnen gegenüber keine Übergriffe und Frechheiten herausnehmen. Außerdem schenken im Rudel die rangniedrigen Tiere den ranghöheren weitaus mehr Beachtung ais umgekehrt.

Fühlt Charly sich ranghöher als Sie, ist er daher typischerweise ein richtiger Nervbolzen, der Sie als seinen persönlichen Laufburschen und Alleinunterhalter ansieht. Er fordert aufdringlich, dass Sie ihn streicheln, Bälle für ihn werfen oder ihm andauernd die Terrassentür auf- und zumachen, aber wenn Sie mal was von ihm wollen, übersieht er Sie geflissentlich. Seine Körperkräfte setzt er gezielt gegen die in seinen Augen untergeordneten Menschen ein, indem er rücksichtslos grob spielt, sich mit aller Kraft in die Leine wirft, an der Tür rempelt und die Kleinkinder der Familie bei der Begrüßung umschubst. Kurz gesagt: Ein dominanter Hund ist eine Pest, hat aber meist auch äußerst charmante Seiten, die es ihm überhaupt erst ermöglichen, seine Menschen so um die Pfote zu wickeln. Entwickeln sie also einen gesunden Egoismus und lassen Sie sich nicht gefallen, dass Ihr Hund Sie schlechter behandelt als Sie ihn!

Dominante Hunde sind oft hektisch und gestresst. Stuft man sie in der Rangordnung herunter, sind sie deutlich ausgeglichener und zufriedener.

 

Vertrauen

 

Vieles, was auf den ersten Blick wie ein Dominanzproblem wirkt, ist in Wirklichkeit eine Folge mangelnden Vertrauens des Hundes zu seinen Menschen,  z.B. wenn der Hund beim Bürsten oder Baden ein Riesentheater macht, aber auch knurren und schnappen in manchen Situationen. Denn leider ist es nicht unbedingt so, dass ein Hund >>es schon spürt<<, dass wir Menschen es gut mit ihm meinen, auch wenn wir Dinge tun,  die ihn ängstigen oder ihm wehtun. Vertrauen ist für einen Hund eben kein abstrakter Begriff, sondern beruht auf nackten Tatsachen. Jeder Tierarzt kann davon ein Lied singen!

Damit ihr Hund Vertrauen zu Ihnen und zu Menschenüberhaupt haben kann, muss er als erstes gut sozialisiert sein. Weiterhin sollten Sie oft genug und möglichst früh üben, dass ihr Hund sich überall von Ihnen anfassen lässt, und zwar in freundlicher Atmosphäre.

Große Einbrüche im Vertrauen gibt es auch, wenn Sie launisch und jähzornig sind oder Ihren Hund bestrafen, obwohl er bereits alle Anzeichen der Unterwerfung und Angst zeigt. Wenn Charly vor Ihnen kriecht oder gar hinters Sofa flieht, waren Sie sowieso viel zu hart. Vermutlich versteht er gar nicht, wofür Sie ihn bestrafen - er hat einfach nur Angst vor Ihnen

Ihr Hund brauch auch Vertrauen in seinen eigenen Fähigkeiten, Selbstvertrauen. Das kann er aber nur bekommen, wenn er nicht überbehütet wird. Zum Leben gehören nun einmal auch ein gewisser Stress und einige unangenehme Erfahrungen. Wie man damit umgeht und sich wieder beruhigt, muss der Hund ebenso lernen, wie mir Hilfe seiner natürlichen Neugier Ängste zu überwinden und sich in fremden Situationen zurechtzufinden. Haben Sie ein wachsames Auge auf Klein-Charly, wenn er die Welt entdeckt, aber >>retten<< Sie ihn nicht sofort aus jeder für ihn unangenehmen Situation, die er sich vielleicht selbst eingebrockt hat (wie z.B. eine Zurechtweisung durch einen älteren Hund). Hat er vor etwas Neuem Angst, setzen Sie ruhig erst mal darauf, dass seine jugendliche Neugierde die Oberhand gewinnt. Vor allen müssen Sie sich emotional zurücknehmen. Trösten, streicheln und ihn in den Arm nehmen wirkt nämlich verschlimmernd:  Der Hund lernt, dass es für ihn vorteilhaft ist, sich ängstlich zu verhalten. Außerdem fühlt er sich verunsichert, weil Sie sich so ungewöhnlich benehmen. Geben Sie sich daher unbeteiligt, wenn Charly einmal vor etwas erschrickt, und tun Sie so, als ob gart nichts Besonderes wäre. Loben Sie ihn nicht für ängstliches, sondern für mutiges Verhalten.

    

 

Bindung  

 

Ebenso wie Vertrauen entsteht Bindung nicht im luftleeren Raum. Hunde Binden sich bevorzugt an Menschen, die ihnen gegenüber die Führungsrolle übernehmen, ihr Vertrauen nicht enttäuschen und sich viel auf interessante Weise mit ihnen beschäftigen. Diese Beschäftigung kann in Spaziergängen und anderen Ausflügen, Spiel, Gehorsamsübungen, Körperpflege, gemeinsamen Ruhen usw. bestehen. Wer den Hund füttert, ist für die Bindung dagegen nicht so wichtig, wie man vielleicht annehmen könnte.  Der >>Futtermeister<< hat natürlich die Sympathie des Hundes, wird aber nicht unbedingt seine Hauptbezugsperson. Wenn ein Hund sich in übertriebener Weise ausschließlich an eine an eine einzige Person bindet, ist das in aller Regel eine Folge mangelnder Sozialisierung, also eher eine Verhaltensstörung als ein Zeichen besonderer Treue. Ein gut sozialisierter Hund ist Menschen gegenüber insgesamt aufgeschlossen, ohne deswegen gleich ein >>Allerweltskerl<< zu sein.

Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Sie mit anderen Hunden in Konkurrenz um Charlys Gunst stehen, denn diese sprechen im Gegensatz  zu Ihnen seine >>Muttersprache<< . Kein Wunder also, wenn viele Hunde nach dem Spiel kaum dazu zu bewegen sind, die Hundewiese wieder zu verlassen! Natürlich sollte Charly auch gut auf andere Hunde sozialisiert sein, und es ist wichtig für ihn, oft genug Kontakt mit Artgenossen zu haben. Aber achten Sie darauf, dass er Spiel und Spaß nicht nur mit anderen Hunden hat, sondern auch mit Ihnen.  Sonst betrachtet er Sie nur als eine Art Chauffeur, der ihn zwar zur Hundewiese und wieder zurück nach Hause bringt,  ansonsten aber langweilig und nebensächlich ist.

Auch wenn Sie zwei oder mehr Hunde haben, müssen Sie sich natürlich ins Zeug legen, wenn Sie möchten,  dass die Hunde sich nicht nur aneinander, sondern auch an Sie binden. Beschäftigen Sie sich täglich mit jedem einzeln und nehmen Sie die Hund auch öfter mal einzeln mit, damit sich jeder auch einmal als >>Einzelhund<< fühlen kann.  Ganz besonders wichtig ist das, wenn Sie zu einem älteren Hund einen Welpen anschaffen.    

                    

Artgerechte Beschäftigung

 

Die meisten Hunde sind heutzutage unterbeschäftigt und langweilen sich bald zu Tode. Eine Vielzahl von Verhaltensproblemen hat ihre Ursache vor allem in der >>Arbeitslosigkeit<< der Hunde. Merke: nur ein müder Hund ist ein guter Hund! Wie aber bekommen Sie Charly müde?

"Kommen Sie zu uns, der OG Xanten *scherz*". 

Bewegung ist nur ein Teil der artgerechten Beschäftigung.  Wenn Sie jeden Tag 10km Fahrrad mit ihm fahren, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Charly Körperlich so gut trainiert ist, dass er 15 oder 20km braucht, um zufrieden zu sein. Viel besser ist es Charly auch >>geistig<< zu fordern, etwa durch abwechslungsreiches Spiel, Gehorsamsübungen, Zirkustricks oder Hundesportarten, Suchaufgaben usw. Eine gute Art,  ihn zu beschäftigen,  ist auch,  ihn überall mitzunehmen,  wo es möglich ist. Hauptberuflicher Begleiter zu sein,  kann einen Hund ganz schön in Anspruch nehmen, und Spaziergänge in immer mal wieder neuer Umgebung lasten ihn viel mehr aus als die gewohnte Runde um den Block.  Wie viel Bewegung und Beschäftigung Ihr Charly braucht,  hängt natürlich auch von seiner Rasse,  seinem Alter und seinem Gesundheitszustand ab.  Junge Hunde benötigen dabei auch viel rein körperliche Bewegung.  Je älter der Hund wird, desto mehr tritt dies zu Gunsten anderer Beschäftigungsarten in den Hintergrund. Der alte oder durch eine Krankheit oder Behinderung eingeschränkte Hund kann zwar nicht mehr so viel laufen, möchte aber auch etwas zu tun haben. Er freut sich über Gelegenheiten zum     Schnuppern oder über Suchspiele und liebt es vielleicht, Sie im Auto auf kleine Besorgungsfahrten zu begleiten, auch wenn dabei eigentlich gar nichts Spannendes passiert.

Mit dem Hund  zusammen etwas zu unternehmen,  macht für beide Teile den Reiz der Beziehung aus.