.Junghund

Ausbildungs Methoden Welpen Junghund Lob & Strafe Weg zur Fährte Prüfungstag Leistungsprüfung.

Die Ausbildung des Junghundes 

Amy von Ghanaland ist nun  etwa 7 Monate alt. 

Sie wird wie im Artikel „Die Ausbildung eines Doggenwelpen“ beschrieben seit ihrer 9. Lebenswoche auf dem Hundeplatz ausgebildet – zielorientiert um später Unterordnungsprüfungen laufen zu können.

„Unterordnung“ hört sich so streng an und als ob der Hund sich dort gnadenlos unterordnen müsse und sonst nix dürfe – fast so als dürfte das Ganze keinen Spaß machen… 

Dem ist natürlich nicht so. Vor 15 Jahren sah es sicher anders aus, heute wird in allen Unterordnungsprüfungen Wert darauf gelegt, dass der Hund die Übungen nicht nur technisch exakt zeigt, sondern dabei auch eine freudige und offene Ausstrahlung hat. Eigentlich ein Paradoxon, sollte man meinen. Aber das ist eben die Kunst dabei – dass der Hund augenblicklich, ohne zu hinterfragen und zu zögern, auf jedes Kommando reagiert, und dabei trotzdem sichtbar Spaß an der Sache zeigt.

 Nachdem im ersten Teil beschrieben wurde wie die Anleitung eines Welpen in Sachen Hundesport aussieht, möchten wir nun die Fortschritte zeigen die Amy mit Besitzerin Nadine gemacht hat. 

Amy hat das Sitz und Platz ganz problemlos, wie beschrieben, gelernt. Sie bekommt immer noch zusätzlich zum Kommando leichte Handzeichen (Hilfen) bei den Kommandos. Es ist für einen Hund naturgegebenermaßen einfacher, auf Handzeichen zu reagieren, als auf reine Hörzeichen. Wer sportlich orientiert arbeitet, muß diese Handhilfen jedoch zeitnah wieder abbauen, denn das gibt Punktabzüge in der Prüfung. 

Die Grundlagen: Der Blickkontakt

Was Amy schon sehr gut kann,

ist    die   Grundstellung    und

dabei   der   Blickkontakt   zu

Frauchen.  Außerdem  hat  sie

gelernt  beim  Fußgehen, wenn

Nadine    dort    anhält,    sich

selbstständig   neben  Nadine

hinzusetzen  ohne   dafür  ein

Kommando zu bekommen.

 

 

Das ging recht einfach – anfangs wurde ihr jedes Mal „Sitz“ gesagt wenn Nadine anhielt. Ein Hund lernt durch Verknüpfung, daher hat sich Amy angewöhnt beim Anhalten sofort „Sitz“ zu machen, klaro – sie weiß ja dass da eh immer das Kommando kommt. Wenn ein Hund das kann, lässt man das Kommando „Sitz“ beim Anhalten wieder weg, und das „automatische Sitz“ beim Fußgehen ist gelernt.

 Ausbau des „Sitz“ 

Amy lernt schon langsam das „Sitz aus der Bewegung“. Sie geht mit Nadine bei Fuß, dabei wird dann das Kommando „Sitz“ gegeben. Da Amy gelernt hat das Hörzeichen schnell und auf der Stelle zu befolgen, tut sie das auch aus dem Fußlaufen heraus: Sie stoppt und setzt sich hin. Da es für einen Hund aber natürlich schwer ist, sich hinzusetzen und sitzenzubleiben während das Frauchen weitergeht, werden die Hilfen dabei wiederum verstärkt. 

Nadine gibt eine leichte taktile (Berührungs-) Hilfe mit dem Halsband nach oben-hinten, führt dabei gleichzeitig die Hand nach oben (das ist die dem Hund bekannte Hilfe für das „Sitz“ – früher war in der Hand immer das Leckerchen) und sie geht nur 1-2 Schritte weiter. Dabei dreht sie sich zum Hund zurück und die Hilfe „erhobene Hand“ wird weiterhin gezeigt. Durch den Blickkontakt der da entsteht hat der Hund weniger das Gefühl dass die Hundeführerin ihn „verlässt“, außerdem kann Nadine Fehler von Amy sehen und notfalls korrigieren. 

Bei Amy klappt das jetzt schon recht gut. Als Belohnung für das Hinsetzen aus der Bewegung bekommt Amy einen Futterbrocken zugespuckt, was die Übung beendet.

 Wichtige „Nebensächlichkeiten…“ 

A propos „Übung beendet“. Es ist wichtig, dass dem  Hund  für das  Ende  der  Übung  ein  ebenso klares Zeichen gegeben wird wie für das Ausführen eines Kommandos. Der Hund soll sich ja nicht angewöhnen, eine Übung nach Gutdünken von selber zu beenden, sprich: Nur so lange sitzen / liegen / stehen zu bleiben wie er selber es für richtig hält. Amy bekommt daher eine klare Ansage „Gut gemacht, steh auf!“ – wichtig dabei ist die Körpersprache des Hundeführers, die gleichzeitig Lob darstellen soll.

 
Platzkommando 

Auch beim „Platz“ wird noch mit Handhilfen gearbeitet, wie man sieht. Momentan wird einfach nur das schnelle und sichere Hinlegen auf Kommando geübt. Wie man an Amys Körpersprache sieht, hat sie bei der Platzübung sehr großen Spaß: Körperspannung bis in die Rutenspitze, offener Blickkontakt zu Frauchen, Ohren gespitzt!

 Der Vorsitz 

 

Wird der Hund in einer Prüfung

zum Hundeführer gerufen,

muss er schnell und freudig herankommen und sich dann gerade und dicht vor den Hundeführer setzen.

Eine von Amys Lieblingsübungen: Sie sitzt dicht und aufmerksam.

 

                                                                             

Das Wichtigste: Freudiges „Fuß!“ 

 

Das Fußlaufen macht Amy sehr gerne. Für uns ist korrektes und freudiges Fußlaufen die wichtigste Vorraussetzung für eine spätere Prüfungsteilnahme. Eine Prüfung besteht nämlich zum allergrößten Teil aus Fußlaufen. 

Deswegen wird das Fußlaufen intensiv, langsam und penibel gründlich gelernt. Die Futtermotivation dabei ist noch kaum abgebaut. Amy kann nun zwar schon einige Schritte ohne Futter laufen ohne in ihrer Motivation Einbuße zu zeigen, aber bis zu dem Hund, der eine ganze Prüfung läuft ohne den Blickkontakt zu Frauchen auch nur ein Mal zu unterbrechen, ist es noch ein langer Weg. Deswegen wird Amy auch noch sehr häufig gefüttert – die Futterhand wird jedoch zwischendurch immer mal wieder weggenommen. Amy guckt dann der Futterhand nicht hinterher, sondern sie hat gelernt, der Hundeführerin weiter in die Augen zu schauen – und schon gibt es dafür die nächste Futterbelohnung. Amy glaubt quasi, dass sie durch intensives in-die-Augen-schauen die verschwundene Futterhand wieder hervorzaubern kann. Sie bleibt daher beim Fußlaufen aktiv und drängt – ohne dabei besonders unkorrekt zu werden.

Zusätzlich geht Nadine dazu über, Amy viel aus den Mund zu füttern. Sie spuckt ihr die Fleischwurstbröckchen einfach zu. Das sieht man übrigens auf manchen Bildern - nicht das ihr denkt die Nadine hätte so komische Zähne... :-)

Manchmal neigt Amy dennoch etwas zum Vorprellen, das wird durch eine leichte Korrektur an der Leine wieder gerichtet. Deswegen die straffe Leine auf einigen Bildern. Eine auf hoher Motivation und Aktion des Hundes aufbauende Unterordnung hat halt manchmal den unerwünschten Nebeneffekt das der Hund ein wenig zu sehr vorprellt.

Das ist aber vergleichsweise leicht zu korrigieren indem man dann einfach den Aktionsradius des Hundes etwas einengt. Der Hund lernt dann durch Gewöhnung die richtige Position: Hundeschulter klebt am linken Knie des Hundeführers.

Wenn ein Hund dagegen in der Ausbildung reaktiv ausgebildet wurde und hinterherhängt, ist das ein wesentlich größeres Problem. Einen übermotivierten Hund zu bremsen ist eben immer einfacher als einen unmotivierten Hund anzutreiben!

                                                                                                                                                                          

Zum Bringen

 

Amy nimmt das Bringholz nicht besonders gerne ins Maul. Es gibt Hunde die das einfach nicht gerne tun, ihnen ist das Holz zu hart oder sie stört der Sabber von anderen Hunden die das Bringholz vorher apportiert haben.

 

Mit Amy wird daher derzeit am Beutetrieb gearbeitet; dieser wird gefördert wo es nur geht. Sie liebt ihr Spieltau und ihr Bällchen und dieses bekommt sie zur Belohnung – sie darf es sich holen, es werden (natürlich nach der Zahnung!!) Zerrspiele gemacht die der Hund auch meistens gewinnt.  

 

 

Wir werden später das Tau stellenweise durch das Bringholz ersetzen, das heißt, das Spiel mit dem Tau durch Spiel mit dem Bringholz fortsetzen. Mal schauen ob Amy das Holz dann problemlos ins Maul nimmt. Fortsetzung folgt…!

 

Copyright by Bettina Balters