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Ausbildungs Methoden Welpen Junghund Lob & Strafe Weg zur Fährte Prüfungstag Leistungsprüfung

Die Ausbildung eines Doggenwelpen 

Immer wieder hören wir, dass ein Hund, um ihn ausbilden zu können, erstmal erwachsen werden muß. Welpen hätten viel zu viel Unsinn im Sinn und brächten somit gar nicht den nötigen Ernst für eine Ausbildung auf. 

Nun, wir in Xanten sagen dazu nur Eins: Alles Quatsch! 

Ein Welpe kann sich nur sehr kurz konzentrieren – und „Ernst“ bei der Ausbildung, den braucht er noch gar nicht. 

Hier stellen wir die 9 Wochen alte „Amy von Ghanaland“ mit ihrer Besitzerin Nadine vor. Amy wurde einen Tag vor diesen Aufnahmen beim Züchter abgeholt. Mit 100% Spaß und Spiel möchten wir hiermit zeigen, wie man einen Welpen spielerisch darauf vorbereitet den Hundeplatz als tollen Ort zu betrachten und später freudig und mit toller Ausstrahlung sportlich zu arbeiten.

Amy bekommt als Erstes gezeigt, dass auf dem Platz Spiel, Spaß und Futter angesagt ist. Zu diesem Zweck hat Nadine ihr kleine weiche Leckerchenbrocken zugeschnitten, auf denen sie nicht herumkauen muß, sondern die in einem Happs heruntergeschluckt werden können. Schnell hatte Amy spitz, dass es sich lohnt, der Futterhand zu folgen!

Das „Sitz“

Welpen setzen sich, wenn sie an das in der Hand liegende Futter nicht mehr herankommen, oft von ganz alleine hin. Oder die Futterhand wird nach oben-hinten über den Kopf von Amy geführt. Genau das ist der richtige Zeitpunkt um „Sitz“ zu lernen. Das Kommando wird in dem Moment, wo Amy sich hinsetzt, einfach in einem deutlichen aber freundlichen Ton dazu gesagt.

 

Der Hund lernt dabei durch Verknüpfung: Wird dies oft genug gemacht, wird er sich irgendwann hinsetzen, wenn ihm „Sitz“ gesagt wird. Völlig zwangfreie, aber sichere Lernmethode!

 Das „Fuß“ - Laufen

  Diese drei Bilder zeigen den Aufbau des „Bei Fuß“ – Laufens. Nadine hat Leckerchen in der Hand, die Amy quasi Non-stop frisst. Amy drängt und stößt und drückt ihre Schnauze in die Leckerchenhand und Nadine läuft dabei langsam rückwärts. Amy lernt so, dass sie aktiv werden muß, also Energie investieren, um an das Futter zu kommen. Sie treibt Nadine regelrecht vor sich her und hat großen (Futter-) Erfolg mit ihrem Tun. Das stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein Amys und ihr Gefühl, Kontrolle darüber zu haben, was auf dem Hundeplatz passiert. 

Wenn Amy dieses „Treiben“ ihrer Besitzerin nach einigen Wochen perfekt zeigt, dreht sich Nadine einfach um 180° nach rechts zum Hund ein und füttert Amy genauso, aber nun in korrekter Fußposition, aus der Hand weiter. Amy wird dann aktiv, freudig und eher drängend als hinterherhängend, bei Fuß laufen

Das „Hier“

Das Reinrufen: Amy wird von einer Hilfsperson festgehalten. Nadine geht ein Stückchen weg, geht in die Hocke und ruft sie mit „Hier“ zu sich. Schon auf dem Weg zu ihr wird Amy fürs Kommen überschwänglich gelobt!

Das In-die-Hocke-gehen wird gemacht, um keine überflüssige Dominanz durch die aufrechte, für einen Welpen „riesige“, Körperhaltung auszustrahlen. Jede Form von Dominanz, alles, was einen Welpen einschüchtern könnte, wird vermieden.

 

Bei Nadine angekommen, wird Amy mittels Führung der Futterhand völlig zwanglos ins „Sitz“ gebracht und dort gibt es die bekannte Futterbelohnung. Das ist das spätere, prüfungsmäßige Vorsitzen!

 

 

„Platz“

Viele Hundeführer haben Probleme, ihrem Hund das „Platz“ beizubringen. Der Hund lernt dies widerwillig, legt sich zögerlich und ungern hin, und steht so schnell wie möglich wieder auf. Oft haben diese Hunde das „Platz“ erst spät und dann mithilfe von Zwangsmaßnahmen, wie Herunterdrücken oder auf-die-Leine-treten, gelernt. Kein Wunder, dass sie es ungern tun. Ginge uns doch auch so, oder? Da hilft auch das Leckerchen oder das Lob nicht, welches dann hinterher kommt! 

Nadine geht genauso vor wie oben bei „Sitz“ bereits beschrieben. Die Futterhand lockt Amy hier unter dem ausgestreckten Bein hindurch. Das Bein wird so nahe an den Boden gestreckt, dass Amy kriechen muß, um hindurchzukommen. In dem Moment, wo Amy platt unterm Bein auf dem Boden liegt, bekommt sie das Futter und gleichzeitig wird das Kommando „Platz“ deutlich und in freundlichem Ton gesagt.

Auch hier wieder: Amy hat alles freiwillig gemacht, sie wurde zu nichts gezwungen. In Zukunft wird sie das Kommando „Platz“ sicher gerne und schnell befolgen, ohne sich unwohl zu fühlen!

Die Schrägwand

Zur Ausbildung gehört von Anfang an die Gewöhnung an Hürde und Schrägwand. Die Betonung liegt hierbei auf „Gewöhnung“. Natürlich darf so ein Knirps wie Amy noch nicht springen oder klettern – aber dass die Sachen toll sind, kann sie schon lernen!

Dazu wird ihr einfach wieder etwas Futter auf die unterste Sprosse der Schrägwand gelegt. Amy darf die Vorderpfoten auf die Wand stellen und das Futter fressen. Das ist Alles…! J

Das Apportieren 

Ebenfalls vor große Schwierigkeiten stellt so manchen Doggenbesitzer, der gerne Prüfungen laufen möchte, das Apportieren. Wir versuchen, dem Welpen von klein auf das Apportierholz als tolles Spielzeug nahezubringen. Gelingt dies, so wird die erwachsene Dogge später das Bringholz gerne holen und tragen. Der Nachteil ist, dass „Spielbringer“ oft auf dem Bringholz herumkauen, was zu kleinen Punktabzügen führt. Aber das ist uns dabei egal, denn erstens kann man später noch etwas dagegen tun, und zweitens ist die Freude des Hundes am Apportieren einfach wichtiger – uns jedenfalls.

 

Nadin macht nun einfach Folgendes: Sie spielt selber mit dem Bringholz, als wäre das eine ganz tolle Sache. Freut sich dabei und lockt Amy mit vielen „Ooohs“ und „Aaaahs“. Amy läuft neugierig hinter dem Bringholz her, denn was Frauchen so toll findet, muß ja auch ganz interessant und Klasse sein! Nadine lässt Amy aber erstmal NICHT an das begehrte Objekt

Erst wenn Amy ganz eifrig bei der Sache ist, darf sie das Bringholz erreichen. Sie läuft sofort hin und versucht, es ins Maul zu nehmen. 

BINGO !!!

 

 Das also ist die Methode der DDC-OG-Xanten, Welpen auf dem Hundeplatz zu führen. Jede Form von Zwang, und dazu zählen wir auch jede Korrektur mit der Hand, wird lange Zeit vermieden. Durch die freudige Arbeit unserer Hunde brauchen wir das auch später kaum, denn  auf die beschriebene Weise erreichen wir das Wertvollste, was wir uns für die Ausbildung vorstellen können:

 

Unsere Hunde müssen nicht mit uns arbeiten. 

Unsere Hunde WOLLEN mit uns arbeiten! 

Copyright 2006 by Bettina Balters

 

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