Prüfungstag

Ausbildungs Methoden Welpen Junghund Lob & Strafe Weg zur Fährte Prüfungstag Leistungsprüfung

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Was tun vor dem und am Tag X... wenn die Knie anfangen weich zu werden und die Toilette immer häufiger aufgesucht wird, und das nur weil man so wahnsinnig gewesen ist sich mit dem Hund zu einer PRÜFUNG zu melden...?
Das soll eine kleine "Hilfe" sein für Diejenigen, die es gewagt haben. Und denkt immer dran: das Lampenfieber befällt die alten Cracks genauso schlimm wie Euch...

Vorbereitung

Impfpass: Tollwut noch aktuell?

Meldegeld überwiesen? Bei den LP's ist es normalerweise nicht schlimm, wenn bei der Prüfung bar gezahlt wird.

Ist der Hund fit für die Prüfung? Lieber 1-2 Wochen vor der Prüfung wenig üben, damit der Hund nicht ausgerechnet bei der Prüfung keinen Bock mehr hat.Es ist hilfreich, wenn der Hund vor einer Prüfung auf vielen verschiedenen Hundeplätzen geführt wird. Einfach mal zu anderen Vereinen hinfahren. In der Regel kann man dort auch unangemeldet gegen einen geringen Betrag kurz üben. Das ist besonders wichtig für UP 2 und UP 3 - Hunde (Fremde Hürden, Fremde Bringhölzer kennenlernen, "Voraus" auf fremden Plätzen üben)

Am Vorabend

- Sachen packen, Unterlagen bereitlegen- Wegbeschreibung raussuchen

Alles da? Halsband (Kettenhalsband) für die Prüfung, Meterleine? Hat die Fährtenleine auch wirklich 10m Länge? Für die UP 3: Eigene Bringhölzer mitnehmen! Sollte zwar nicht sein, ist aber sogar schon auf dem AW vorgekommen, daß die Ausrichter keine Bringhölzer hatten. Manche Hunde mögen auch die fremden, angesabberten Dinger nicht ins Maul nehmen...
Fährtengegenstände und -Tafel!

Am Prüfungstag

Was muß ich mitnehmen?

 

bulletden Hund *grins*
bulletden Impfpaß
bulletAhnentafel, Versicherungsnachweis
bulletSportpass und Leistungsurkunde, falls vorhanden
bulletWassernapf, bei empfindlichen Hunden auch heimisches Wasser
Sabbertücher
bulletBringhölzer
bulletLeinen, Fährtentafel und -Gegenstände (auch bei FP 2 und 3, viele Fährtenleger sind so nett und verwenden Eure eigenen Fährtengegenstände... pssssst... aber nicht dem Richter sagen...)


Am Prüfungsgelände angekommen...

 

bulletGuten, ruhigen Platz für's Auto im Schatten suchen
den Hund Gassi führen
bulletbei der Prüfungsleitung melden, ggf. Meldegeld zahlen, Impfpass / Ahnentafel / Versicherungsnachweis / Sportpass und Leistungsurkunde abgeben
bulletEventuell mit dem Hund kurz auf den Platz gehen und ein paar Unterordnungsübungen machen. Aber weniger ist hier mehr. Er soll nur den Platz kennenlernen. Wichtig ist meist ein Probesprung über die Hürde, die evtl. vorhandenen Bringhölzer kurz tragen lassen und "Voraus" üben.
bulletFrühstücken gehen (falls ihr was runterkriegt, *grins*)
bulletWer ist wann dran? Siehe Starterkatalog!


Ich bin dran!!!

Ein etwas größerer Spaziergang sollte mindestens eine Stunde, bevor ihr dran seid, erledigt sein und der Hund sollte sich dort gelöst haben. Direkt vor der Prüfung noch ein paar Meter zum Pinkeln. Den Hund nicht toben lassen, er sollte seine Energie auf dem Platz loswerden und nicht schon müde dort ankommen! Bei manchen Hunden geht das allerdings nicht. Zum Richter hin, Hund sitzen lassen, und den Meldespruch aufsagen.
Nicht so nahe am Anderen Hund aufstellen!

Wie mache ich, daß der Hund sich gut präsentiert?

bulletAlles, was der Richter nicht sieht und hört, ist keine Hilfe *grins*
bulletwer mit seinem Hund nicht spricht, wenn er vom Richter weggeht, ist selber Schuld. Selbst auf dem Rückweg kriegt man ein leises "Ei, fein" hin, ohne die Lippen zu bewegen...
bulletHäufiger Fehler: Es wird viel zu wenig gelobt! Zwischen allen Übungen darf der Hund gelobt werden - im DDC sagt sogar kein Richter was, wenn kurz mit dem Hund gespielt wird (natürlich ohne Spielzeug und Leckerchen!)
bulletViele Hunde sind über Futter ausgebildet worden. Es schadet nicht, wenn der Hund bei der Prüfung richtig Kohldampf schiebt. Wenn er pappsatt ist, läuft er nicht so gut.
bulletDas Spielzeug dem Hund zeigen, vor Betreten des Platzen kurz spielen und das Spielzeug dann unauffällig verschwinden lassen!


Häufige Fehler

* Unbefangenheitsprobe: Sollte der Hund ein wenig Scheu vor Fremden haben oder schonmal brummen, heißt es: Zügig von der Seite an den Richter rangehen, NICHT von vorne! Den Hund dann direkt vorm Richter stehen und abtasten lassen, aber so daß er seitlich zum Richter steht und von ihm wegguckt. Werden die Hunde frontal auf den Richter zugeführt, haben sie in der Regel mehr Berührungsprobleme als wenn sie sich "seitlich anschleichen" können.

* Der Hund hat was Falsch gemacht! Pech gehabt, die Punkte sind eh weg. Anders als beim Üben auf dem Platz gilt: Hund auf keinen Fall ignorieren oder gar schimpfen! Da man die Übung nicht wiederholen kann (und den Hund dann für die korrekte Ausführung belohnen), würde das den Hund nur unsicher machen. Das rächt sich dann meist durch den nächsten Patzer bei der nächsten Übung.

* Hund sitzt nicht vor nach dem Reinrufen: Nächstes Kommando "Fuß"! Die Punkte für den fehlenden Vorsitz holst Du nicht wieder. Jede Rumhampelei macht den Hund unsicher.

* In der Gruppe: Vor der Gruppe schon etwas schneller laufen! Wer in einem leichten Rechtsbogen auf die Gruppe zuläuft, hat weniger Probleme mit dem Rechtsbogen in der Gruppe. Erst danach den Linksbogen laufen (der ist in der Regel kein Problem). Viele Hunde haben mit der Gruppe Probleme, trotzdem bleiben die Hundeführer dann manchmal viel länger in der Gruppe, als sie müssen! EINE Acht laufen reicht! "Danke Gruppe" nicht vergessen.

* Leinenführigkeit: Die Leine am Ende anfassen, sie muß durchhängen! Leine in die linke Hand und zwischen Hund und HF durchhängen lassen. Nicht über den Hunderücken legen oder links vom Hund runterhängen lassen!

* Bei den Sprüngen nach der Kehrtwendung noch 4-5 Schritte weiterlaufen, dann sitzt der Hund gerader am Bein. Die Kehrtwendung im Normalschritt! Der Übergang vom Lauf- in den Normalschritt schön langsam! Keine Hektik, man kann ruhig ein paar Meter nach dem Sprung gehen, hier sind keine Schritte vorgeschrieben!

* Das Kommando "Hopp" frühzeitig vor der Hürde geben, damit der Hund sich den Absprung selber suchen kann.

* Wird nach dem Sprung nicht weit genug von der Hürde / der Schrägwand weg gegangen, laufen viele Hunde nicht mehr bei Fuß und die Abschlußgrundstellung klappt nicht, weil sie gerne noch einmal über die vor ihrer Nase befindliche Hürde / Wand springen wollen.

* Abliegen: Den Hund in die Richtung ablegen, in die der HF weggeht. Die meisten Hunde liegen sicherer, wenn der HF dem Hund nicht zugewandt steht.

Nach der Prüfung:

Beim Richter abmelden und für die Besprechung in Zuschauernähe gehen. Die Besprechung anhören - kleine Kommentare sind erlaubt, Rumgemotze nicht. Richter sind heilig...*gg* Gemotzt wird hinterher in der eigenen Ortsgruppe ...Anwesenheitspflicht bis zur Siegerehrung!

Sonstiges:

Laßt Euch nicht frustrieren. Jeder Richter hat seine Eigenheiten. Was der eine mit Punktabzug bestraft, findet der Andere toll. Wer viele Prüfungen läuft, lernt die Richtereigenheiten kennen. Die haben leider nicht immer etwas mit der Prüfungsordnung zu tun. Sachliche nette Nachfragen zu der Bewertung nach der Prüfung werden gerne beantwortet. Diskussionen sind aber nicht nur sinnlos, sondern auch schädlich.

Seid ihr mit Familie da?
Der Hund sollte auf keinen Fall einen Angehörigen im Zuschauerbereich sehen. Ansonsten seid ihr selber schuld, wenn der Hund in der Prüfung dauernd da hinguckt. Dabei kann auch gut merken, wie gut ein Hund eigentlich hört, wenn die Familie während der Prüfung laut rumquatscht und der Vierbeiner auf einmal die Ohren spitzt (aber nicht in die Richtung, die der Hundeführer gerne hätte...)
Es ist normal, daß man nach der Prüfung glaubt, grottenschlecht gewesen zu sein! Durch die Nervosität kommt einem jedes Fehlerchen viel schlimmer vor, als es ist. Durch die Nervosität des HF und die fehlenden Leckerchen / Spieleinlagen läuft auch fast jeder Hund auf einer Prüfung schlechter als auf dem eigenen Übungsplatz. Das kommt einem subjektiv viel schlimmer vor, als es ist.

TROTZDEM VIEL SPASS !!!

Verfasser: Bettina Balters